ITK-Entgeltanalyse 2011

Trotz Aufschwung kaum mehr Geld

 

Titelbild der aktuellen ITK-Gehaltsanalyse der IG MetallGibt es einen akuten Fachkräftemangel in der ITK-Branche? Ein guter Indikator dafür ist die Entwicklung der Gehälter. Ein zu knappes Angebot an IT-Spezialisten würde sich in (deutlich) gestiegenen Preisen für ihre Arbeit niederschlagen. Tatsächlich sind die Entgelte in der ITK Branche aber nur moderat gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Analyse „Entgelt in der ITK-Branche 2011“, die pünktlich zur CeBIT erschienen ist.

 

Im Durchschnitt ergibt sich über alle untersuchten Unternehmen und Jobs nur eine leichte Erhöhung der Gehälter um ca. 1,5 Prozent. Die größten Einkommenszuwächse erzielten Beschäftigte im Vertrieb (plus 9,9 Prozent), im kaufmännischen Bereich (plus 5,9 Prozent) und in Callcentern (Teamleitung plus 3,2 Prozent). Beschäftigte im Marketing und in der Service Technik (jeweils plus 2,0 Prozent), in der Beratung (plus 1,6 Prozent) und in der Verwaltung (plus 1,5 Prozent) legten bei den Einkommen nur leicht zu. Nahezu gleichgeblieben sind die Gehälter im Service Management (plus 0,5 Prozent) und im Software Engineering (plus 0,1 Prozent). Bei den Rechenzentren (minus 0,3 Prozent) und in der Hardware-Entwicklung (minus 0,5 Prozent) gab es sogar einen leichten Rückgang.

Wie üblich liegen die Gehälter in tarifgebundenen Unternehmen durchschnittlich über denjenigen in Betrieben ohne Tarifvertrag. Besonders deutlich zeigt sich das Einkommensplus durch Tarifvertrag in den Bereichen Service Technik (plus 14,5 Prozent) und kaufmännische Administration (plus 11,3 Prozent) sowie im Projektmanagement (plus 6,7 Prozent).

Nach Prognosen des Branchenverbandes BITKOM wird sich die ITK-Branche weiter sehr positiv entwickeln. Weniger optimistisch stimmt allerdings die Entwicklung des Frauenanteils in der Branche. 2010 arbeiteten so wenig Frauen im ITK-Sektor wie seit 10 Jahren nicht. Besonders dramatisch: Der Frauenanteil bei den weiblichen Auszubildenden. Er sank um 3,8 Prozent. Nur noch 8 Prozent aller Ausbildungsverträge wurden mit jungen Frauen abgeschlossen. Zum Vergleich: Auch bei den männlichen Auszubildenden gab es einen Rückgang, aber lediglich um 1,1 Prozent. Da ist schnelles Handeln gefragt: „Die Arbeitgeber sollten jetzt dringend mit den Betriebsräten Maßnahmen entwickeln, mit denen sie die ITK-Branche für Frauen attraktiver machen können. Im Vordergrund müssen Maßnahmen stehen, die es Frauen erleichtern, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren“, forderte Helga Schwitzer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. Gute Nachrichten für Frauen gibt es dagegen beim Thema Equal Pay: Ihre Gehälter gleichen sich immer mehr denen der Männer an.

Die Gehaltsanalyse der IG Metall bietet auf breiter empirischer Grundlage eine Übersicht über die tatsächlich gezahlten Jahresbruttoentgelte tarifgebundener und nicht-tarifgebundener Unternehmen. Hierzu wurden verschiedene ITK-typische Tätigkeiten insgesamt 74 verschiedenen Jobs in 16 Jobfamilien zugeordnet und knapp 27.000 Daten aus 118 Betrieben ausgewertet, eine Steigerung der erfassten Daten um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zudem bietet die Analyse durch einen Langzeitvergleich einen guten Überblick über die Entwicklung im Zeitraum von 1999 bis 2010.

IG Metall: Entgelt in der ITK-Branche. Eine Erhebung in der Informationstechnologie- und Telekommunikationsbranche.156 Seiten, 4-farbig, Format: DIN-A5, 13. Auflage, ISBN-Nummer: 978-3-7663-6083-0 ; Preis: 14,90 € inkl. 7 % MwSt.

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Hans-Joachim Weis
IG Metall Vorstand
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